Die Gedankenreise geht weiter.
Die Geheime Zutat
Nun haben wir schon bald Ende September. Das Wetter ist sehr schön und nochmals warm, mit 26 Grad richtig Sommer. Aber wenn man auch die Augen schliesst und sich vorstellt, dass es Juli oder August ist, spürt man, dass es nicht so ist.
Unser Energiefeld, unsere Wahrnehmung fühlt den Unterschied, beschreiben kann ich es nicht, es ist eben einfach dieses Fühlen und diese Verbundenheit mit allem, und eben auch mit den Pferden. Die Pferde spüren diese Verbundenheit noch ganz natürlich. Wir Menschen haben diese Fähigkeit leider zum grossen Teil verloren, weil wir uns zu sehr auf den Verstand und unsere Gedanken konzentrieren. Aber im Umgang mit den Pferden ist das oft hinderlich.
Und so komme ich wie versprochen nochmals auf die schöne Geschichte vom Pferd, der Rechnende Hans zurück! Weil sie genau diese feine Wahrnehmung zeigt, die Pferde haben. Da ist ihr natürliches Herdenverhalten, das sie brauchen, um sich in der Herde und auch mit anderen Herden zu verständigen.
Das Verhalten des Besitzers Wilhelm von Osten zeigt das menschliche Verhalten des Verstandes, der immer etwas erreichen will. Vor allem auch die Idee, dem Pferd das Rechnen beizubringen. Aber was ich mir auch sicher bin, dass der Hans gespürt hat, wie wichtig Wilhelm von Osten die Sache ist, und Hans hat dann auf ganz natürliche Weise die Aufgabe erfüllt, eben auf pferdisch.
Ja, diese Feinheit in der Kommunikation mit den Pferden ist ein Schwerpunkt in meinen Stunden.
Unser Verstand muss verstehen, dass wir einem Pferd nichts lehren können. Ich höre schon den Aufschrei, ich habe ihm doch beigebracht stillzustehen, Hufe zu geben, verschiedene Gangarten usw. – nein, habe ich nicht, basta!
Ich kann einem Pferd nichts lehren, was es nicht schon von Natur aus kann.
Ein Zitat von Galileo Galilei passt sehr gut:
"Man kann einem Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken."
Das gilt eben auch für die Pferde und andere Tiere. Um das geht es, dass wir die Grundprinzipien der Pferde verstehen:
- Sie wollen sich sicher fühlen
- Sie benötigen Schutz
- Sie brauchen Gemeinsamkeit
Sie spüren genau, ob wir dieses Verhalten in uns selbst auch haben. Es ist eben dieses Urvertrauen in sich selbst, das die Pferde haben. Dabei ist ihnen wahrscheinlich ziemlich egal, was wir mit ihnen vorhaben. Das sollte natürlich nicht falsch verstanden werden, mir geht es darum, dass ihr die drei Aspekte von Sicherheit, Schutz und Gemeinsamkeit jederzeit mit dem Pferde lebt und das gegenseitig.
Gerade am Anfang einer Pferd-Mensch-Beziehung sind diese Aspekte wichtig. Ein neues Herdenmitglied wird immer genau geprüft, welche Aspekte es mitbringt und wo es dann in der Herde stehen darf. Und ja, da machen die Pferde keinen Unterschied zu den Menschen.
Deshalb ist es wichtig, das Herdenverhalten und die Kommunikation der Pferde zu verstehen, aber auch, das Verhalten und die Körpersprache der Pferde nicht zu schubladisieren. Jedes ist ein eigenes Individuum mit einem eigenen Energiefeld, und im Zusammensein mit unserem Energiefeld wird es zu Missverständnissen kommen. Das ist gut so, so können wir unser Energiefeld wieder lernen wahrzunehmen. Die Pferde sind wie ein Spiegel für uns, durch das Beobachten und Wahrnehmen können wir Antworten bekommen von den Pferden über unser Energiefeld. Und so treten wir in einen Dialog mit dem Pferd, und die Pferde sind nicht mehr nur Befehlsempfänger.
Ja, in der Natur sind alle Antworten enthalten, wir müssen sie nur genau beobachten. Wenn die Pferde das spüren, bekommen wir von ihnen Anerkennugspunkte.
Es ist wichtig zu spüren, dass man jeden Tag wächst und sicherer wird, das tut gut. Denn das Leben ist Veränderung - immer, das ist meine Motivation. Den Mut zu haben sich zu entscheiden, jeden Morgen loszugehen, mit Bewusstsein für alles, nicht zu urteilen oder bewerten, einfach zu sich selber stehen.
So erlebe ich es mit Ginger und Barbara, jeder Tag ist anders. Diese natürliche Neugier sollten wir im Umgang mit den Pferden leben.
Und nun fragt ihr sicher …. und was ist die Geheime Zutat! Ich bin mir sicher, ihr ahnt es schon! Jeder trägt sie in sich, ihr müsst sie nur wieder wahrnehmen, da sie eben auch ganz persönlich ist.
Es ist diese bedingungslose Liebe zu sich selbst und zu allem, mit dem wir in Berührung kommen.
Ich wünsche euch in dieser Jahreszeit alles Gute und auch Momente, in denen ihr innehalten könnt, um genau sich selbst wieder zu spüren.

